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Nickelbelastung in Schwerte

Messbecher Staubniederschlag

Im Umfeld der Firmen Deutsche Nickel GmbH und Lewi wurden erhöhte Schadstoffbelastungen ermittelt. Informationen zu den Messungen und Maßnahmen sind, nicht zuletzt wegen verschiedener Zuständigkeiten, verstreut im Web abgelegt.

Im Vorfeld der Infoveranstaltung am 10.05.2010 hat der BUND eine Meldung an die Presse herausgegeben:

BUND-Pressemitteilung vom 07.05.2010   (82 kB)

Der BUND hat sich in einem Offenen Brief an den Rat der Stadt Schwerte gewandt, damit bei der Umsetzung des Vorhabenbezogenen Bebauungsplanes Nr. 14 "Einzelhandel Rosenweg" die Belange des Immisssionsschutzes Berücksichtigung finden:

BUND Offener Brief an den Rat der Stadt Schwerte vom 20.06.2010   (99 kB)

BUND-Stellungnahme Einzelhandel Rosenweg 2009   (380 kB)

Gespräch mit der Deutschen Nickel

Am 08.11.2010 hat sich der BUND dann dazu mit der Deutschen Nickel GmbH und dem Bürgermeister zusammengesetzt. Dabei konnten wir die Fertigungsbereiche der Deutschen Nickel und die Bandschleiferei der Fa. Lewi in Augenschein nehmen.

Neben dem Ausstausch der einzelnen Standpunkte zu Art und Umfang der Belastungen wurde das Konzept der passiven Staubminderung durch einen Grünsaum von uns erläutert. Alle Beteiligten waren sich einig, dass es weiterer Untersuchungsergebnisse bedarf. Die Deutsche Nickel erkärte sich auch weiterhin für einen offenen Dialog bereit.

Stand 25.01.2011Art und Umfang der Immissionen

Seit Juni 2009 wurden auf den Bürgerversammlungen und bei Berichterstattungen verschiedenste Diagramme, Grafiken und Daten vorgelegt. Dabei wurde gebetsmühlenartig von einer stetigen Verbesserung der Situation gesprochen. "Die Maßnahmen greifen", so der offizielle Wortlaut.

Ehemaliges Grabeland

Anfang November dann die Kehrtwende. Die vom Dr. Detlef Timpe (Kreis Unna) bilsang als unbedenklich eingestuften Bodenbelastungen müssen nun gesichtert werden. Kurz darauf folgt die Ankündigung: Bodenaustausch in Teilbereichen.

Mit den einzelnen Messmethoden im Umfeld der Firmen Deutschen Nickel und Lewi werden die verschiedene Wirkungspfade betrachtet. Entsprechend sind ihre Ergebnisse zu bewerten.

Feinstaub (PM10)

Für Nickel ist ein Vorsorgewert von 20 ng/m³ (Nanogramm) festgesetzt. Die Messstation steht seit Mitte 2009 an der Realschule Holzener Weg Ecke Fleitmannstraße. Bislang wurde nur der Messzeitraum bis Nov. 2009 veröffentlicht. Der Mittelwert lag hierbei bei 3,3 ng/m³.

Nickel als Feinstaub gilt als krebserregend. Die bislang vorliegenden Werte deuten jedoch hier auf eine eher mäßige Belastung hin. Dennoch ist eine Gefährdung nicht von der Hand zu weisen. Zitat aus der entsprechenden EU-Richtline 2004/107/EG:

Es wurde wissenschaftlich nachgewiesen, dass Arsen, Kadmium, Nickel und einige polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe gentoxische Humankarzinogene sind und kein Schwellenwert festgelegt werden kann, unterhalb dessen diese Stoffe kein Risiko für die menschliche Gesundheit darstellen.

Staubniederschlag

Wie auch der gemessene Feinstaub ist auch der "gröbere" Staub ein Maß für die ständig austretende Schadstoffmenge. Dieser als Staubniederschlag aufgefangene Anteil reagiert allerdings nicht so agressiv auf die menschliche Lunge wie der Feinstaub. Auch ist seine Reichweite aufgrund des größeren Gewichts auf einige Hundert Meter beschränkt.

Der Staubniederschlag ist ein Maßstab für die fortschreitende Bodenbelastung und die direkte Einwirkung auf den menschlichen Körper. Der Grenzwert für Nickel beim Staubniederschlag beträgt 15 µg/(m²*d) als Jahresmittel.

Hierzu liegen Messreichen bereits aus 2008 vor. Zwar konnten die exorbitanten Grenzwertüberschreitung von Anfang 2009 reduziert werden. Allerdings überschreiten die Werte noch immer den zulässigen Grenzwert erheblich. Zur Zeit sind nur die Werte für 2009 veröffentlicht. Wir haben bei der LANUV nach den Werten von 2010 gefragt. Die Ergebnisse finden Sie auf unserer Webseite unter Staubniederschlag.

Bodenbelastung / Pflanzenproben

Die Bodenbelastungen sind die Folge der vorgenannten Einträge aus der Luft der vergangenen Jahre. Die hohen Messergebnisse im Nahbereich der beiden Firmen Deutsche Nickel und Lewi deuten auf eine starke Belastung der Vergangenheit hin. Gleichzeitig führen die anhaltenden hohen Staubniederschläge zu einer weiteren Anreicherung im Boden.

Neben der gesundheitlichen Belastung durch direkten Kontakt mit dem Staub sowie dem Verschlucken ist die Aufnahme durch vor Ort angepflanzte Nahrungsmittel eine weitere wesentliche Gefahrenquelle. Um diesen Wirkungspfad zu beurteilen, wurden von LANUV Pflanzenproben genommen. Die Analysen sollen auch noch im nächsten Jahr fortgesetzt werden.

Weitere Daten und Informationen

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Späte Lehren aus frühen Warnungen: Das Vorsorgeprinzip 1896–2000
Ein Plädoyer der Europäische Umweltagentur für die Einbeziehung der Allgemeinheit, das Vorsorgeprinzip und eine Warnung vor den Gefahren des späten Handelns.
Die Langfassung (englisch) finden Sie hier.

Bericht des Länderausschusses für Immissionsschutz (LAI 2004)
Der Länderausschuss hat für Nickel einen Zielwert von 10 ng/m³ empfohlen. Im Jahr 2004 hat sich der Ausschuss jedoch der Diskussion um den EU-Zielwert von 20 ng/m³ gebeugt (siehe hierzu auch Kapitel 3.4 des Berichtes). Dies unter der Annahme, dass der Anteil an löslichen Nickelverbindungen max. 50 % beträgt.



Messergebnisse LANUV

Detailierte Ergebnisse zum Nickel-Staubniederschlag und PM10 in Schwerte haben wir für Sie zusammengestellt.

Baustelle Trianel; Foto: BUND/Weissenberg

Der BUND hat gegen die Genehmigung des Kraftwerks Klage beim OVG Münster eingereicht.

Urteil des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) 12.05.2011:
EuGH räumt Umweltverbänden Klagerecht ein.
    Pressemitteilung LV NRW

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